Ganz nach dem Motto "Back to the roots", gehe ich wieder meiner alten Leidenschaft nach: das biken. Die letzten 10 Jahren war selbst mein Radon Hardtail einfach nur als "Radesel" degradiert worden, weil ich damit nur zur Arbeit gefahren bin. Richtiges biken war das nicht. Und als Jugendlicher konnte ich mir kein Fully leisten. Also ist es schon eine neue Erfahrung auf ein Fully MTB umzusteigen.

Durch Videos und Erfahrungsberichte sollte es aber ein besonderes MTB sein: ein E-MTB. Beruflich bin ich zu sehr angespannt / ausgelastet als das ich den zeitlichen Ehrgeiz darin sehe, die steilen Berge die es hier gibt mit eigener Muskelkraft hoch zu stemmen. Der Spaß, das Erkunden und Genießen sollten für mich an erster Stelle stehen.

Nichtsdestotrotz skeptisch aber zugleich mit Vorfreude, das ich vom Motorrad fahren kenne, war es dann soweit. Meine erste Tour damit aber das Grinsen während dem fahren sollte nicht das letzte gewesen sein. Ein super tolles Gefühl, wenn man frei und völlig "losgelöst" Wälder, Täler, Berge erkunden kann, ohne das der eigene "Bio" Motor schlapp macht - daher nenn ich mein altes Bike auch "Bio-Bike". Ich mache immer wieder den Test und deaktivere bei einem mega steilen Berg die Motorunterstützung und kann es kaum glauben, wie mühselig, fast schon schädigend es sich für meine Knie anfühlt. Fairerweise sind es auch +10kg mehr, die ich da aus eigener Kraft hoch fahren müsste. Mit meinem alten Bio-Bike ginge es natürlich leichter.

Raymon 29 Zoll E-MTB

Zu dem Bike selbst kann ich bisher nur gutes Berichten - etwas, was ich vorher nicht mal recherchieren konnte, weil es diese Marke erst vor kurzem gibt. Eine sehr gute Ausstattung zu einem guten Preis bereiten mir nun spaßige Stunden im Freien.

Ich habe mir Schutzfolien für das Unterrohr und andere Stellen geholt, da die breiten Reifen wie Magnete für Steinschläge sind. Dazu noch Schutzbleche vorne und hinten.

Schutzfolie auf Amazon

Schutzbleche auf Amazon

Erste Fahrt

6km bin ich es im Geschäft rumgefahren, also freute ich mich auf die erste richtige Fahrt im Wald. Es noch so frisch zu sehen hat was.

Wie gesagt, es hat Irre viel Spaß gemacht und ich habe mich oft dabei ertappt, wie ich den Motor ausgemacht habe, weil ich mich so "schuldig" gefühlt habe. Zwar sind so typische Anti-E-Bike hater Kommentare / Blicke witzlos und bedauernswert, aber für mich selber, der zehntausende Kilometer vorher "Bio-Bike" gefahren ist, ein leichter Wehmut, weil es jetzt auch ohne Anstrengung so schön sein kann.

Fahrgefühl

Der Yamaha Motor ist nicht der leiseste aber macht was er soll. Die Modi "Eco+" und "High" hätte man sich eigentlich sparen können, aber in Edge Cases kommen auch sie in Gebrauch. Mir gefällt die sanfte Unterstützung auch in rauen Passagen. Bei einem Bosch Motor wär das ein eher ruppiges Fahrgefühl gewesen.

Ansonsten hat es für mich allein schon wegen der Voll-Federung gelohnt - mein erstes Fully. Der Genuss meinen Hintern nicht mehr als Dämpfer zu benutzen hat was. Treppen runterfahren bekommt nun auch eine neue Bedeutung.

Motor / Akku

Voll aufgeladen sagt der Tacho 100km für Standard und 133km für Eco. Die zwei für mich wichtigsten Modi für fast alle Situationen. Diese km Berechnung ist auch äußerst akkurat nachdem ich eine 100km und 108km Tour an einem Tag hinter mir hatte. Aufgeladen ist er in ca. 4 Stunden von 0 auf 100. Das es ab 25km/h keine Unterstützung gibt muss ich als Motorrad Fahrer noch zu lernen wissen aber einen steilen Berg hoch im Wald mit mühelosen ~15km/h hoch zu fahren ist eh mehr als man braucht.

Zu guter Letzt kann ich jedem nur 29 Zoll Felgen / Reifen empfehlen um schöne Flow Trails zu fahren oder in Städten Schienen / Kopfsteinpflaster überwinden zu müssen.

Es war eine von diesen Anschaffungen, wo der Preis schnell in Vergessenheit gerät, weil es so viel Spaß macht. Und Spaß sollte immer im Vordergrund stehen - bei allem. Man lebt nur einmal.

Sollte jemand fragen zum Raymon E-Bike haben, kann er mir gerne eine Mail schreiben.

Vorheriger Beitrag